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Wenn der Chef die Assistenz allumfassend haben möchte

Mein Chef war von Anfang an in mich verknallt und später unsterblich verliebt. Er hätte alles für mich getan und das tut er heute noch, obwohl ich 2014 gekündigt hatte. Anfangs dachte ich es wäre eine Win Win Situation, denn ich verdiente viel Geld und die Arbeit machte mir Spaß. Aber es war wie eine alte Ehe, der Respekt ging Tag für Tag verloren. Irgendwann legte er Eifersuchtsszenen hin, wenn ich familiäre Verpflichtungen hatte und mit ihm nicht auf Geschäftsreise wollte.

Wir hatten nie Sex, aber seine platonische Liebe und Fürsorge war fast noch einengender als es sexuelles Interesse je gewesen sein hätte können. Er vergötterte mich, er liebte mich wirklich.

Irgendwann plagte mich mein schlechtes GEwissen, weil ich dachte ich müsse irgend eine GEgenleistung bringen, für all das, was er für mich beruflich und finaziell getan hat. Wir verstanden uns persönlich auch sehr gut, wir waren Seelenverwand und sprachen über alles, es gab keine Tabus.

Aber irgendwann wurde es hässlich, denn er fing an mich zu erpressen um noch mehr Zeit mit mir verbringen zu können. Er drohte mit Kündigung oder befahl mir einfach Sachen, das konnte er ja, er war mein Chef.

In diesem Korsett wurde ich sehr krank. Ich hatte alle psychosomatischen Beschwerden, die man in einem Buch finden kann. Und ich bekam eines Tages richtig Angst, Panik, schlimme Panik. Und er fing an mich zuhause zu besuchen und per Telefon und Mail zu belästigen.

Es wurde so schlimm, dass ich in eine psychatrische Klinik musste, weil ich nicht mehr schlafen und nichts mehr essen konnte und nur noch zitterte, so das ich nicht mehr stehen und nicht mehr gehen konnte und nichts in der Hand halten konnte.

Hier einer meiner Träume, die ich hatte, 2 Tage vor der Einweisung in die Klinik:

Traum vom Dienstag, 8. April

 H. bat mich ihn auf ein langweiliges Konzert zu begleiten. Für ihn war das das Höchste, für mich stinklangweilig. Er hatte ja nur mich, keine Freunde und mit seiner Frau lief schon lange nichts mehr, sie gingen sich im eigenen Haus aus dem Weg und jeder bewohnte ein eigenes Stockwerk.

Also waren wir zusammen auf diesem Konzert.

Danach trödelte ich so rum, dass wir uns verloren und ich mich in dem fremden Gebäude verlief. Ich fand dort plötzlich lauter persönliche Sachen von mir, die ich alle einsammelte wie in einem Computerspiel. In jedem Raum fand ich andere persönliche Gegenstände von mir.

Als ich endlich den Ausgang fand, war ich in der Fremde, viele fremde Menschen, ich kannte mich nicht aus.

Es gab eine lange Brücke zu H.´s Auto und der Weg hoch zur Brücke war glitschig, schlammig und fast senkrecht steil ohne Stufen.

Menschen rutschten von der Brücke runter, strahlend, lachend; und ich überlegte, ob ich auch da rauf wollte.

Ich ging dann erstmal eine Treppe weiter runter, weg von der Brücke und dachte, ich könne ja weiter vorne vielleicht auch hoch, vielleicht gibt es da einen besseren Weg.

Der Konzertbesuch war wiederlich.

 ENDE des Traumes

Mir ist klar geworden, dass H. mich in eine private Beziehung gezwungen hatte, die ich nie wollte, auch wenn ich ihn mochte und wir uns sehr gut verstanden.

Und da er vermutlich unsterblich in mich verliebt ist, wird sich daran wohl auch nie etwas ändern. Er würde alles für mich tun, natürlich auch mich in Ruhe lassen und Gott und die Welt in Bewegung setzen, um mir zu helfen, aber ICH WILL DIESE FÜRSORGE NICHT!

Diese Fürsorge ist zwar für mich praktisch und beschert meiner Familie Geld, aber das auszunutzen, kann ich nicht länger mit meinem Gewissen vereinbaren.

Und so stehe ich in einem ständigen inneren Konflikt und fühle mich ihm gegenüber schuldig. Dieser Druck macht mich psychisch krank.

13.6.16 20:26


Erkenntnis: Kinder kann man nicht erziehen, die machen einem sowieso alles nach :-)

Der 1. Tag wieder zuhause bei meiner Familie war anstrengend aber ganz schön.

Die Kinder scheinen mich irgendwie nach zu machen. Der Große sagt, er habe auch Angst und wisse nicht warum. Ständig hatten beide irgend ein Weh Wehchen zu berichten.

Da ist mir klar geworden, dass Kindererziehung eigentlich ganz einfach ist.

Wir müssen uns nur so verhalten, wie wir es uns von unseren Kindern wünschen. Sie machen uns sowieso alles nach, da brauchen wir gar nix erklären, nicht diskutieren oder gar erkämpfen.

Morgen werde ich beim Essen einfach aufstehen und in der Küche weiter essen, wenn der Kleine (6 Jahre alt) sich schlecht benimmt. Ich wette sein großer Bruder (11 Jahre alt), macht das dann nach.

Die Kinder lieben uns, sie wollen genauso sein wie wir.

Wenn wir immer verzweifelt rumdiskutieren oder laut werden, wenn die Kinder nicht hören und nicht folgen, kein Wunder, dass sie das dann auch machen, wenn sie ihren eigenen Willen durchsetzen wollen, sie kennen es ja nicht anders, sie haben es ja nicht anders gelernt, ja schlimmer noch: was sollten sie denn stattdessen machen? Erwarten wir tatsächlich die Kinder hätten eine bessere Durchsetzungsstrategie als wir selbst?

Das Genöle und Rumgeheule meines großen Sohnes ist nichts anderes, als die ständige Kritik und das Rumschimpfen, das er von seinen Eltern jeden Tag ertragen muss.

Von diesem Standpunkt aus betrachtet, war es eigentlich nicht schlecht, dass mein Mann immer ins Schlafzimmer ging und seine Ruhe wollte, wenn er gestresst war und schlechte Laune hatte. Ich empfand das früher immer als gemeine Flucht, weil er sich damit einfach entzog und mich mit den widerwärtigen Kindern alleine gelassen hat.

Jetzt denke ich: Tolles Vorbild, ich wünsche mir, dass mein pubertierender Sohn auch in sein Zimmer geht, wenn er schlechte Laune hat und sie nicht an mir auslässt.

13.6.16 20:02


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