Leben passiert

 

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3. Tag in der Klinik, Diagnose Co-Abhängigkeit

Der Klinikchef sagte ich seine "Co-Abhängige", ich hätte das Helfersyndrom, ich wollte immer gebraucht werden.

Mir war klar, dass das stimmte. Ich hatte immer Freunde mi Problemen. Aber wer hat die nicht?

Auf der Arbeit ist das normalerweise kein Problem, weil ich genügend Distanz habe, aber zu meinem Chef eben nicht.

Bei Menschen, die mir etwas bedeuten, von denen ich co-abhängig bin, werde ich garstig, hart und brutal. Ich mache ihre Probleme zu meinen, verinnerliche sie, leide mit ihnen und setze alles daran sie zu lösen.

Wenn ich die Probleme meiner Liebsten nicht lösen kann, weil sie nicht auf mich hören wollen und nicht mitmachen, werde ich wütend und entwickle Hassgefühle gegen Sie.

Vorwürfe kommen, ein Kampf entsteht. Ich kämpfe gegen die Probleme und die Abwehr meiner geliebten Menschen an und damit kämpfe ich auch gegen sie selbst und zerstöre dadurch unsere Beziehung und unsere Liebe zueinander.

 Selbst hier in der Klinik kann ich nicht damit aufhören. Heute Nacht hatte ich schon wieder unter Anderem eine Lösung für das Frisurproblem meiner Bettnachbarin ausgearbeitet.

Da musste ich lachen, denn mein Mann sagte noch zu mir zum Abschied: "Bitte stell nicht die Klinik auf den Kopf und nehm den Ärzten die Arbeit ab"

Natürlich tat ich das, ich war schnell die Oberanalysiererin und beliebte Ansprechpartnerin, wenn jemand sein Herz zusäzlich ausschütten wollte. So auch meine Dualseele von Mann, den ich dort kennenlernte.

Ich finde es nicht schlimm, das Helfersyndrom. Es ist doch was schönes, es macht mich und andere glücklich, vorausgesetzt sie fragen mich um Rat. Blöd nur, wenn man ungefragt Ratschläge gibt, aber genau das wollte ich mir ja abgewöhnen.

Ich muss lernen meine Grenzen zu verteidigen und die der anderen zu achten. Ich muss lernen mehr Distanz zu waren und vor allem meine Liebsten in Ruhe zu lassen.

Ich möchte zum Arzt sagen, er sei ein guter Mensch und ich möchte auch ein guter Mensch sein und ob er mir dabei helfen könne?

13.6.16 22:31


Unsere erste Begegnung die mein Leben veränderte

Wie ich seit Wochen träumte, lernte ich in der Klinik den Mann meines Lebens kennen, den Einen, die große Liebe.

Ich betrat zum ersten Mal den Speisesaal und innerhalb einer Sekunde scannte ich den Raum, es gab nur einen einzigen Mann in meinem Alter, er saß an der Wand und blickte mich an. Und ich dachte: das ist der einzige Mensch hier, der mich interessieren könnte.

Wir waren in der selben Gruppe und sahen uns quasi den ganzen Tag und hatten fast jede Anwendung zusammen. Perfekt um sich kennenzulernen.

Und wie wir uns kennenlernten. Wir weinten und lachten, wir malten und spielten Theater, wir lernten Yoga und Meditation, Qi Gong und Boxen. Wir gingen spazieren und tanzten wie die Kinder im Kreis herum.

Noch nie hatte ich mit einem Mann soviel Zeit verbracht und soviele Aktivitäten.

Wir begannen morgens um 7 mit Yoga oder Baden und endeten Abends mit einem heimlichen Glas Rotwein in seinem Sportwagen am Parkplatz.

Jetzt glaubt ja nicht, dass es uns gut ging, es ging uns schlecht, das Verliebtsein raubte uns quasi den letzten Rest von Verstand.

13.6.16 22:11


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